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Der Gesteinsgarten von Gommern

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Z u m   G e l e i t

Unsere kleine Stadt Gommern liegt in einer wunderschönen wald- und seenreichen Umgebung, in der viele Menschen der benachbarten Städte Freude und Erholung finden. Unsere Stadt ist geprägt durch wechselvolle Geschichte, durch immerwährende fleißige und mühevolle Arbeit ihrer Bewohner in Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe. Dazu zählt auch die langjährige Tradition geologischer Industrie, anfangs in den vielen Steinbrüchen der Umgebung, später im Zentrum der Erdölindustrie Ostdeutschlands.

Mit dem Strukturwandel seit der Wende sind persönliches Engagement und originelle Initiativen gefragt, das Leben in unserer Stadt für Einwohner und Besucher attraktiv und lebenswert zu gestalten. So ist neben vielem anderen ein Gesteinsgarten, d.h. ein Garten der Gesteine, in mühevoller Arbeit vieler Gommerner Bürger mit Unterstützung von Land, Landkreis und Stadt entstanden.

Er bietet Geologie zum Anfassen. Er verknüpft Erholung, Beobachtung, Belehrung, Besinnung miteinander. Er verkörpert Tradition, Wissenschaft, Gemeinschaftsarbeit und persönliche Initiativen, und zwar geologisch dauerhaft.

Da die Exponate Spenden der Steinbruchindustrie aus a l l e n Bundesländern Deutschlands darstellen, ist der Gesteinsgarten ein Stück verwirklichte deutsche Einheit. Es sind jedoch auch Gesteine anderer europäischer Länder anvisiert, wodurch die Beziehungen Gommerns zu Europa gut zum Ausdruck kommen werden.

Gommern, den 15.03.1998

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Riesen-Gesteinsfindling

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Der neue Riesenstein im Gesteinsgarten

Konglomerat Gneis
Konglomerat Gneis

Schwarzer Riesen-Gesteinsfindling in Gommern soll ein Konglomeratgneis sein. Der Geologe Dr. Klaus Erler meint es ist ein Konglomeratgneis. ….
In der Kiesgrube Schermen b. Burg, Jerichower Land, (s. Foto –  Die Lage des Blockes in der Kiesgrube) wurde ein gewaltiger Findling freigelegt.

Von den Geologen des Landesamtes für Geologie und Bergwesen kam der Hinweis auf diesen  spektakulären Fund und der Vorschlag, den Block als geologisches Denkmal („Geo-top“)  zu bergen.
Der Block hat etwa die Form einer Walze mit elliptischen Querschnitt mit einer Länge von ca. 4 m, einer Breite von ca. 2,5 m und einer Höhe von ca. 2,5 m.
Das ergibt einen Rauminhalt von fast 25 Kubikmetern. Das Gewicht wurde zu
78 t ermittelt.



Angesichts dieser Größe schienen die technischen, verkehrstechnischen und finanziellen Probleme kaum zu lösen. Dennoch schafften es die Unternehmen Engel Krane Burg und BRB Baustoff-Recycling Burg, den Stein am 8.Juni 2007 aus der Kiesgrube der Fa. Gilde Beton, NL Burg, zu bergen, am Sonnabend, dem 9.Juni 2007 zum Gesteinsgarten zu transportieren und aufzustellen.

Ort: Zufahrt von der Salzstraße zur neuen Freifläche, hinter dem letzten Eigenheim.

grosser Stein
Großer Stein

Aufstellen des Steines mit Hilfe von zwei Kränen zu 110 t und 60 t Tragfähigkeit am 9.6.2007

Riesen-Gesteinsfindling
Riesen-Gesteinsfindling
Riesenstein im Gesteinsgarten
Der neue Riesenstein im Gesteinsgarten

Der Block ist an Ort und Stelle; im Vergleich mit dem dahinter befindlichen Haus ist ersichtlich, dass der Block  etwa die Größe eines richtigen Zimmers hat!

Geologisch handelt es sich um einen Gneis, geröllführend. Das ist ein Umwandlungsgestein (Metamorphit), das in großer Teufe unter hohem Druck und hoher Temperatur verformt (ausgewalzt) wurde. Dabei entstand dass blättchenförmige Mineral Glimmer, das in eine Ebene eingeregelt wurde und dabei zu einer Schieferstruktur (wie Blätterteig) führte.

Die dunklen Gerölle sind nicht besonders verformt worden . Der Block stammt aus  dem uralten skandinavischen Grundgebirge (mit einem Alter von 1000 Millionen Jahren und mehr ) und  ist in dem  Gletschereis der Eiszeit vor rd. 150 000 Jahren bis nach Mitteleuropa  transportiert worden. Beim Abschmelzen des Eises blieben solche Findlingsblöcke  zurück, eingeschlossen in den Sanden und Kiesen, die die Schmelzwasser abgelagert haben, und die heute  in den Kiesgruben für Bauzwecke erschlossen und abgebaut werden.

Der nahe gelegene Fläming ist als eiszeitlicher Höhenrücken  reich an solch riesigen Findlingsblöcken (z.B. die Heimchensteine bei Lüttgenziatz). Nun hat auch Gommern seinen Findling im Gesteinsgarten.

                                             Dr.Peter Wambach, 19.06.2007         

Entstehung und Aufbau

Entstehung und Aufbau des
G E S T E I N S G A R T E N S   G O M M E R N

Heft des Landesheimatbundes mit den Vorträgen zum Kolloquium
„Wie sich eine kleine Stadt ihre Geschichte bewahrt“ in Gommern vom 24.05.2003        

Der Gesteinsgarten Gommern –
ein geologischer Park in der Tradition von Steinbruch- und Erdölindustrie
Klaus Schulze, Hans Klauß und Peter Wambach

Der Gesteinsgarten Gommern liegt im Süden der Stadt an der Bundesstraße 246 A nach Schönebeck/Elbe und schließt sich an das Hotel Robinienhof an. Der  Kulk , ehemals ein Steinbruch und heute ein beliebter Angel- und Badesee, die Anhöhe des „Knacker“ mit dem Aussichtsturm, sowie die majestätische Wanderdüne Fuchsberg  mit dem Heidegarten im Hintergrund bilden zu jeder Jahreszeit eine stimmungsvolle Kulisse.

Im Jahre 1994 wurde die Idee geboren, in Gommern einen Gesteinsgarten aufzubauen, galt es doch, die Stadt für Touristen interessant zu gestalten. Darüber hinaus war Gommern mit seiner langjährigen geologischen Tradition, den Steinbrüchen zur Quarzitgewinnung seit dem Mittelalter und der Erdöl-Erdgas-Industrie 1952 – 1990, prädestiniert für ein solches Vorhaben.

Recherchen hatten ergeben, dass außer einigen kleinen Gesteinssammlungen regionaler Art in Parks oder kleinen Freiflächen noch  keine Anlage existiert, in der man die unterschiedlichen Gesteinsarten unserer Erde betrachten kann. Damit zeichnete das Vorhaben eine gewisse Einmaligkeit aus. Der damals noch existierende Kulturverein Gommern e.V. und der Bürgermeister wurden angesprochen und für den Plan begeistert. Wenn auch anfangs noch Skepsis herrschte und man sich unter einem Gesteinsgarten konkret nichts vorstellen konnte, wurde doch von allen Seiten Unterstützung zugesagt. Einige Enthusiasten waren schnell gefunden, und so fasste der Stadtrat im Herbst 1994 einen Beschluss zum Aufbau des Gesteinsgartens in Gommern.

Schwieriger war es, einen geeigneten Standort zu finden. Nach anfänglichen Überlegungen, ihn in der Umgebung der Wasserburg anzulegen, entschieden wir uns dann doch für das neu gestaltete Erholungsgebiet um den Kulk. Auch das Problem des Ausbaues und der Gestaltung konnte mittels eines ABM-Projektes, welches einigen Einwohnern wieder zu einem Arbeitsplatz verhalf, schnell geklärt werden. Die Pläne zum Aufbau wurden in der Presse publik gemacht, und es fanden sich bald einige Sponsoren, die die notwendige Unterstützung gaben.

Durch private Recherchen und durch die Unterstützung der Geologischen Landesämter wurden noch produzierende Steinbruchbetriebe und die dort abgebauten Gesteinsarten ermittelt. Mit diesen Informationen wurden die ersten Firmen in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen um die Bereitstellung entsprechender Gesteinsblöcke gebeten.

Unsere Anfragen stießen bei den Steinbruchfirmen auf großes Interesse für ein derartiges  Vorhaben und die Bereitschaft, uns zu unterstützen. Im November 1994 und Februar 1995 rollten die ersten Gesteinsblöcke an. Es waren Gips und Anhydrit aus dem Südharz, Dolomit und Schiefer aus Thüringen und Granite aus Sachsen. Insgesamt 24 große Gesteinsbrocken konnten nach Gommern geholt werden. Sie erhielten ihren Platz auf den vorbereiteten Fundamenten auf den sonst noch ungepflegten Flächen am Kulk. Die gärtnerische Gestaltung des Geländes erfolgte durch Maßnahmen der Beschäftigungsgesellschaft Gommern (BQG) und mit dem Aufbau des Hotels „Robinienhof“.

Am 21.April 1995 war es dann soweit. Der Bürgermeister der Stadt Gommern, Herr Petersen, eröffnete mit den Initiatoren und im Beisein zahlreicher interessierter Bürger aus Gommern den Gesteinsgarten am Kulk. Noch lagen die großen Blöcke etwas verloren in der Landschaft, und auch in der Bevölkerung herrschte noch überwiegend Skepsis. Doch das Interesse war geweckt, und bald überwogen die Fragen nach dem Nachschub aus anderen Regionen. Dank der Hilfe der Steinbruchindustrie konnten die nächsten Fahrten organisiert und weitere Gesteinsblöcke  aus dem Erzgebirge, der Lausitz, dem Thüringer Wald und dem Harz geholt werden. So umfasste die Sammlung Ende 1995 bereits fast 70 unterschiedliche Gesteine.   

Der schnelle Zuwachs erforderte bald eine Neuordnung und Sortierung der Gesteine, um eine gewisse Systematik zu wahren. Jedoch der sprunghafte Anstieg neuer Exemplare aus allen Teilen Deutschlands sowie die unüberwindlichen räumlichen Schwierigkeiten beim Einsatz schwerer Hebetechnik machten weitere Umlagerungen unmöglich. Da die Sammlung nicht in erster Linie wissenschaftlichen Zwecken dient, sollte dies aber keine große Rolle spielen.

Im Mai 2003 hat der Bestand im Gesteinsgarten  über 220 Blöcke von fast 200 verschiedenen Vorkommen und Varietäten erreicht. Aus Deutschland sind nahezu alle derzeit zwischen Wesergebirge, und Flechtinger Scholle im Norden,  Rüdersdorf bei Berlin und Oberlausitz im Osten, Bayerischer Wald, Alpen und Schwarzwald im Süden, Saarland und Eifel im Westen gewonnenen Festgesteine aufgestellt. Darüber hinaus ist mit Steinen aus Ungarn, Österreich, Bulgarien, Slowakei, Polen, Frankreich, Norwegen und Spanien halb Europa vertreten. Die ältesten Gesteine Europas aus Skandinavien und dem Ostseeraum sind in den eiszeitlichen Findlingen aus dem Deckgebirge der Braunkohlentagebaue zu finden. „Exoten“ sind ein Serpentinit aus Kuba und Lavaproben aus Island.

Aufbau, Erweiterung und fachliche Aufsicht hat ein ehrenamtlicher Verein „Gesteinsgarten Gommern“. In ihm sind ehemalige Angehörige des Erdöl- Erdgas-Kombinates, Geowissenschaftler und Ingenieure, sowie interessierte Bürger der Stadt und ihrer Umgebung, Geschäftsleute, das Hotel „Robinienhof“ und Privatpersonen vereint. Die Gesteinsblöcke wurden von den Steinbruchbetrieben mit großem Entgegenkommen kostenlos gespendet. Die Brocken haben jedoch ein Gewicht von mindestens 1-3 Tonnen (die größten Objekte über 10 t). Sie sind nur mit Hilfe schwerer Technik zu transportieren und aufzustellen (Tieflader, mobile Kräne, Radlader). Die Transportwege betragen viele Hundert Kilometer.

Hierbei ist der Verein auf die technische Unterstützung durch die Betriebe der Umgebung und  auf die finanzielle Hilfe vieler Sponsoren angewiesen. Große Unterstützung hat die Erdöl-Erdgas GmbH Berlin (vormals Gommern) gegeben.

Unterstützt haben die Stadt Gommern, die Beschäftigungsgesellschaft BQG, die Lotto-Toto-Gesellschaft Sachsen-Anhalt, die Stadt Magdeburg, die Partnerstädte Königslutter am Elm und St.Jean de la Ruelle  (Frankreich), Unternehmen, Geschäftsleute, aber auch Privatpersonen und Fachtagungen.

Inzwischen ist der Gesteinsgarten Gommern nicht nur in der einheimischen Bevölkerung anerkannt und ein beliebtes Ziel. Durch zahlreiche Veröffentlichungen in Presse und Rundfunk sowie durch Sendungen im Fernsehen ist er bereits überregional bekannt geworden und reizt immer mehr Leute aus nah und fern zu einem Besuch. Damit konnte eines der wesentlichsten Ziele, eine touristische Attraktion für Gommern zu schaffen, schon erreicht werden. 1998 wurde eine Broschüre über den Gesteinsgarten herausgegeben.

Seit 2000 ist der Gesteinsgarten im Internet unter www.gesteinsgarten.de zu finden.

Schulklassen, Ferienkinder, Seniorengruppen, Teilnehmer an Fachtagungen und Klassentreffen, Kurgäste aus dem benachbarten Schönebeck-Salzelmen – sie alle nutzten gern  eine Besichtigung des Gesteinsgartens unter fachkundiger Führung der Vereinsmitglieder. Die Führungen sind unbürokratisch telefonisch zu bestellen. Der Gesteinsgarten ist jederzeit zugänglich, die Führung kostenlos. Natürlich ist der Verein dankbar für jede Spende zur Erweiterung und Erhaltung der Anlage. Die populärwissenschaftliche Beschäftigung mit der Natur und den Gesteinen – Geologie zum Anfassen und Ersteigen – steht im Vordergrund.

Aber es haben bereits namhafte Wissenschaftler und geowissenschaftliche Arbeitskreise den Garten besucht, nicht ohne wertvolle Anregungen zu geben. So übergab der ranghöchste Geowissenschaftler der Bundesrepublik Prof. F.W.Wellmer , seines Zeichens Präsident der Bundesanstalt für Geologie und Rohstoffe und Präsident der Deutschen Geologischen Gesellschaft  einen Stein an den Gesteinsgarten. Prof. K.Keil  aus den USA hielt im Gesteinsgarten-Verein einen Vortrag über die Erforschung des Sonnensystems. Wertvolle Anregungen gaben die Professoren Gotte (Berlin) und Reinsch (Braunschweig).    

Vielfältig sind die Gesteinsarten mit ihren unterschiedlichen Farben, Formen und Strukturen. Bedingt ist dies zuallererst durch die unterschiedliche Entstehung und Zusammensetzung.

Deutlich unterscheiden sich die im Erdinnern aus dem Magma grob auskristallisierten Tiefengesteine (wie z.B. der Granit) von den Gesteinen der Vulkane, die an der Erdoberfläche aus Lava und Asche erstarrt sind: der rote Porphyr, der schwarze Basalt und der poröse Tuff. 

Sediment- oder Schichtgesteine sind von Wasser, Wind oder Eis abgesetzt, so die verschiedenen Tonsteine, Sandsteine und Konglomerate.  Auch Lebewesen wie Algen, Schwämme, Korallen, Muscheln und Schnecken können ganze Gesteinsmassive aufbauen wie manche Kalksteine. Andere Ablagerungen sind rein pflanzlicher Herkunft, z.B. die Braunkohle, in der noch ganze Baumstämme vorkommen können. Sandstein und Dolomit sind diejenigen Speichergesteine, die die wichtigsten ostdeutschen Erdöl- und Erdgaslagerstätten enthalten haben.

Schließlich haben die geologischen Vorgänge bei der Entstehung der großen Faltengebirge unter hohen Drücken und Temperaturen ältere Gesteine bis zur Unkenntlichkeit umgewandelt, z.B. ausgewalzt zu plattigen Schiefern und Gneisen oder umkristallisiert zu Marmor und Serpentinit. Der Fachmann kann in den Gesteinen lesen wie in einem Buch. Anhand ihrer Zusammensetzung und ihrer Einschlüsse wie Fossilien, Lebensspuren, Minerale und Kristalldrusen kann er ihre Entstehungsgeschichte wie ein Kriminalist rekonstruieren.

So groß die Artenvielfalt der Gesteine ist, so vielfältig sind auch die Nutzungsmöglichkeiten. Steine sind nicht nur seit alters her Baumaterial, angefangen von berühmten Grabstätten, Burgen, Wällen und Kirchen in Frühzeit und Mittelalter bis zum Straßenbau um 1900. Steine sind ebenso lange genutzt zur Gewinnung von Metallen. Der Gesteinsgarten führt eine Reihe von solchen wichtigen Erzen, auch solche, die als Erze nicht sofort erkennbar sind. Beliebt und begehrt sind Steine  zur Dekoration von Prachtbauten wie Kirchen und Schlösser, oder als Lieferant von Edelsteinen für die Schmuckherstellung.

So vielfältig die Gesteinsarten und ihre Nutzungsmöglichkeiten durch den Menschen sind, so unterschiedlich ist auch die Größe und die äußere Form der Gesteinsblöcke. Die äußeren Formen sind natürlich einerseits von der Gesteinsstruktur und den geologischen Bedingungen, aber zum größten Teil von der Art und Technik der Gewinnung im Steinbruch bestimmt. Es können daran alle Techniken der Steinverarbeitung abgelesen werden: Sprengen, Meißeln, Bohren,  Sägen, Schleifen, Polieren. Wenn man dann erfährt, dass  anstelle des Badesees Kulk bis zum 1.Weltkrieg ein Steinbruch mit senkrecht abfallenden Wänden und einer Tiefe von rd. 20 m existierte, und ein Schrägaufzug die schwerfälligen Holzloren auf die Anhöhe des „Knacker“ zog, wo anstelle des Aussichtsturmes eine Brecheranlage befand, dann schließt sich wieder der Kreis zu den geologischen Traditionen von Gommern.  

Gommern, Januar 2004

 

Zentrum der Erdöl-Erdgas-Industrie

Gommern – Zentrum der Erdöl-Erdgas-Industrie in Ostdeutschland

(Klaus Schulze, Peter Wambach)

Bohranlage, hier zur Sonderbehandlung eingesetzt
Bohranlage, hier zur Sonderbehandlung eingesetzt

Für den Aufbau einer geologischen Industrie in der DDR, die vor allem wichtige Rohstoffe wie Kohle und Erze sowie Erdöl und Erdgas erkunden sollte, wurde wegen seiner zentralen und verkehrsgünstigen Lage 1951 Gommern als Standort für den technischen Ausrüstungsbetrieb der Staatlichen Geologischen Kommission ausgewählt. Dieses Zentrale Reparatur- und Ausrüstungswerk (ZRAW) wurde 1951-1953 nach modernsten Gesichtspunkten auf einer Fläche von 40 ha mit Werk- und Lagerhallen, Heizwerk, Gleisanlagen sowie Büro-, Labor- und Sozialgebäuden errichtet. Gleichzeitig mit dem Zuzug von Arbeitskräften, zuerst vom Schachtbau Nordhausen und dem Kupferschieferbergbau Mansfeld, später insbesondere von der Wismut (Uranerzbergbau) begann der Bau der ersten Wohnblöcke in der Nähe des Werkes. Die beiden Schornsteine des Heizkraftwerkes von 65 und 62 m Höhe sowie die 1963 für Forschungs- und Ausbildungszwecke errichtete Bohranlage vom Typ 5D-Uralmasch bestimmten jahrelang die Silhouette der Stadt Gommern.



Der wachsende Energiebedarf der Wirtschaft machte Ende der 50er Jahre eine intensive Suche und Erkundung von Erdöl und Erdgas erforderlich. So wurde aus dem VEB Geologische Erkundung 1957 der VEB Erdöl-Erdgas Gommern ausgegliedert, der später erst zu einem Kombinat, dann zu einer Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) umgewandelt wurde. Gommern wurde dabei Sitz der Zentrale sowie des VEB Zentralen Reparatur- und Ausrüstungsbetriebes (ZRAW), des VEB Bohrlochzementierung (BLZ), des VEB Bohrlochmessung (BLM) und des Forschungsinstitutes für die Erkundung und Förderung von Erdöl und Erdgas (FIEE).

Ende der 50er Jahre begann eine intensive Erkundung und Suche von Lagerstätten mittels Geophysik und Bohrungen vor allem im Thüringer Becken und im Nordteil der damaligen DDR. Spezielle Erkundungsbetriebe wurden gebildet in Gotha für Thüringen, in Ludwigslust (später Stendal) für die Altmark und das Harzvorland, in Grimmen für Mecklenburg-Vorpommern und in Mittenwalde südlich von Berlin für Ostbrandenburg und die Lausitz. Dazu kam ein Betrieb für die Errichtung von Untergrundgasspeichern (UGS), der erst in Burg, später in Stendal und zuletzt in Mittenwalde angesiedelt war. Mit dem Nachweis der bedeutenden Erdöllagerstätten Reinkenhagen, Grimmen und Lütow im Norden wurde der Aufbau eines Förderbetriebes in Reinkenhagen notwendig, ebenso wie in Salzwedel nach Aufschluß der Erdgaslagerstätte Salzwedel-Peckensen. Insgesamt waren zeitweise ca. 6 500 Beschäftigte in der Erdöl-Erdgas-Industrie tätig.

Erdgassonde mit Eruptionskreuz
Erdgassonde mit Eruptionskreuz

Die Erkundungs- und Förderarbeiten erfolgten mit ständiger Unterstützung von Fachleuten aus der damaligen UdSSR, die zeitweilig in der DDR arbeiteten. Darüber hinaus gab es eine enge wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit mit den sowjetischen Instituten VNIGNI Moskau zur Höffigkeitseinschätzung des Gebietes der DDR, VNIIGaz Moskau zur Abbauprojektierung der Erdgaslagerstätte Salzwedel sowie VNIIBT Moskau zur Vorbereitung und Durchführung der übertiefen Bohrungen. Der Aufschluss der Lagerstätten in der Altmark erfolgte über viele Jahre mit gemischten deutsch-sowjetischen Bohrbrigaden. Auch mit den anderen Ostblock-Staaten fand im Rahmen des Rates der gegenseitigen Wirtschaftshilfe (RGW), aber auch auf bilateraler Basis seit 1960 eine enge Zusammenarbeit statt, so mit den Erdölinstituten von Polen (Krakau), der Tschechoslowakei (Brünn), von Ungarn (Budapest), Rumänien (Sinaia) und Bulgarien (Sofia).

Zunehmend kamen auch technische und wissenschaftliche Kräfte der DDR im Ausland zum Einsatz, so z.B. in dem polnisch-deutsch-sowjetischen Gemeinschaftsunternehmen Petrobaltik in Danzig zur Erkundung der Ostsee sowie im Irak und in Mocambique.

Die komplizierten geologischen Bedingungen im Nordosten Deutschlands mit den tiefliegenden potentiellen öl- oder gasführenden Horizonten im Rotliegenden und Devon, die von sehr mächtigen Salzschichten des Zechsteins überdeckt sind, erforderten das Abteufen von übertiefen Bohrungen. Deshalb folgten umfangreiche technisch-technologische Forschungen, um die sehr schwierigen Bohr- und Messarbeiten bei hohen Temperaturen und Drücken zu beherrschen. Neben der Entwicklung leistungsfähiger Bohrwerkzeuge stellten insbesondere Temperaturen von 250C und darüber, Drücke von über 1000 bar und der negative Einfluss der durchbohrten plastischen Salzformationen hohe Anforderungen an Bohrspülungen und Bohrlochzemente, die für diese Parameter entwickelt werden mussten. Gleiches gilt auch für Testausrüstungen und Bohrlochmessapparaturen.

Zentrale Erdgassammelstation Steinitz (Altmark)
Zentrale Erdgassammelstation Steinitz (Altmark)

Im Zeitraum von 1968 bis 1989 wurden auf dem Gebiet der ehemaligen DDR 10 Bohrungen mit Teufen über 6.000 m niedergebracht. Damit war die DDR seinerzeit führend auf dem Gebiet der übertiefen Bohrungen, und hatte 1979 mit der Bohrung Mirow 1 mit einer Endteufe von 8.008 m die damals tiefste Bohrung Europas.

Übertiefe Bohrungen in der ehemaligen DDR

 

Bohrung     Bohrbeginn  Endteufe   Endhorizont   
Parchim 1                1968 7.030 m                Karbon (Namur B)
Loissin 1 1970    7.105 m Ordovizium
Penkun 1 1971 6.015 m Perm (Rotliegendes)
Friedland 1  1971 6.500 m Perm (Rotliegendes)
Boizenburg 1 1974 7.012 m Karbon (Namur B)
Mirow 1 1974 8.008 m Perm (Rotliegendes)
Grevesmühlen 1 1978 6.711 m Perm (Rotliegendes)
Pröttlin 1 1981 7.008 m Karbon (Namur A)
Pudagla 1 1986   7.550 m  Devon
Schwerin 1 1987 7.343 m Perm (Rotliegendes)

In den höffigen Gebieten Thüringens, Südostbrandenburgs und Vorpommerns wurden trotz anfänglicher Skepsis und mehrfacher Rückschläge einige bedeutende Erdöllagerstätten im Zechstein erkundet und abgebaut.  So erreichte die Erdölförderung aus den Lagerstätten Lütow und Reinkenhagen in Vorpommern sowie Döbern, Tauer, Guben und Wellmitzer Lagune in Südostbrandenburg im Jahre 1968 ein Maximum von 325.000 t/Jahr und betrug 1994 immer noch ca. 80.000 t/Jahr.

Der größte wirtschaftliche Erfolg gelang 1968 mit dem Nachweis der Erdgaslagerstätten im Rotliegenden der Altmark. In kürzester Zeit wurden die Lagerstätten aufgeschlossen, und bereits 1975 erreichte die Erdgasförderung rund 9 Mrd. m3/Jahr, was damals etwa der Hälfte des gesamten Gasbedarfs der DDR entsprach. 1983 konnte mit einer Förderung von 12,5 Mrd. m3/Jahr ein Maximum erreicht werden. Das relativ methanarme Gas wurde über Sonderleitungen den Industrieabnehmern direkt zugeleitet (darunter: Stickstoffwerk Piesteritz, Kraftwerk Magdeburg-Rothensee, Zementwerke Bernburg u.a.).

Nach der Wende wurde das Erdöl-Erdgas-Kombinat Gommern in Einzelbetriebe umgewandelt und privatisiert; die Erdöl Erdgas Gommern GmbH führt derzeit als Tochter des Konzerns Gaz de France Aufgaben der Suche, Erkundung und Produktion von Erdöl und Erdgas weiter, während weitere Betriebe wie BLZ Geotechnik, GWU u.a. Serviceleistungen durchführen. Die Lagerstätten sind zum Teil erschöpft oder nicht mehr rentabel zu fördern; sie sind dann Gegenstand umweltgerechter Verwahrung durch Rückbau.

Bis Ende 1996 wurden auf dem Gebiet Ostdeutschlands folgende Mengen an Erdöl und Erdgas gefördert:

    Erdöl (in t)

Lagerstätte              Fundjahr Förderung 1996

Förderung insgesamt

Atterwasch/Guben    1968    1.262  59.339
Breslack 1989 3.372  94.022
Fürstenwalde 1990 0 28.602
Kietz 1987 0 8.358
Kirchdorf/
Mesekenhagen
1988 5.064 73.178
Lütow 1965 9.578 1.250.879
Ratzdorf 1988 5.006 68.356
Steinsdorf 1986 3.865 63.901
Wellmitz 1980 1.115 78.108
Ält. Vorkommen
Mecklb./Vorpomm.,
Brandenburg
    1.143.910
Ält. Vorkommen
Thüringen
    49.353

  Erdgas (in Mrd. m3)

Gebiet             Fundjahr Förderung 1996

Förderung insgesamt

Altmark ab 1968 3,088 190,796
Thüringen ab 1932 0,131 6,689
u.a.