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Minerale als kleinste Bausteine der Gesteine
Die drei Hauptgruppen der Gesteine
Die wichtigsten Erstarrungsgesteine
Der
Granit - das bekannteste und verbreitetste Tiefengestein
Die bunte
Vielfalt der Ergussgesteine
Basalt als
ein besonderes Ergussgestein
Eine
dritte Gruppe vulkanischer Gesteine in Tiefseetrögen
Ganggesteine zwischen
Tiefengestein und Vulkan
Die wichtigsten Schichtgesteine
Der Sandstein als
wichtigstes Trümmergestein
Kalksteine als
interessanteste Schichtgesteine
Eindampfungsgesteine als Gesteine unserer
Salzlagerstätten
Einteilung der
Umwandlungsgesteine
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Minerale als kleinste Bausteine der Gesteine
Die Gesteine setzen sich aus natürlichen chemischen Verbindungen zumeist in
kristalliner Form zusammen, den gesteinsbildenden Mineralen. Es sind nur wenige
Dutzend Minerale, welche in den verschiedensten Kombinationen und Anordnungen
die ganze Vielfalt der Gesteine bilden.
Vor allem sind es die Verbindungen des Elementes Silizium (Quarz und
Silikate), die mit über 90% Anteil an der festen Erdkruste den überwiegenden
Teil der gesteinsbildenden Minerale ausmachen.
Die wichtigsten Mineralgruppen sind (Bilder umseitig) z.B.
Quarz SiO2 und die folgenden Silikate:
- Kalifeldspat
- Kalknatronfeldspäte
- Feldspatvertreter
- Augite (= Pyroxene)
- Hornblenden (= Amphibole)
- Glimmer (Biotit, Muskovit u.a.)
- Olivin
- Granatgruppe
- Chlorite und Tonminerale (Schichtsilikate),
sowie:
- Kalkspat und Dolomit (Karbonate)
- Anhydrit und Gips (Sulfate)
- Minerale der Salzlagerstätten (Steinsalz, Kalisalze)
- Hämatit, Limonit (Eisenoxide), Pyrit (Eisensulfid).
Der Unterschied der einzelnen Minerale in chemischer Zusammensetzung und
Kristallstruktur lässt sich oft bereits an ihren typischen äußeren
Eigenschaften erkennen, wie Farbe, Glanz, Kristallform, Spaltbarkeit, Härte und
Gewicht , wobei Lupe, Taschenmesser und Salzsäure wichtige Hilfsmittel sind.
Die genaue Bestimmung erfolgt auf chemischem, röntgenographischem oder
mikroskopischem Wege.
Die einzelnen Minerale sind unter ganz bestimmten Bedingungen, wie z.B.
Druck, Temperatur, chemische Zusammensetzung u.a. entstanden. Diese Bedingungen
sind immer nur für einen ganz bestimmten Ort der Erdkruste zutreffend. Mit der
Bestimmung der einzelnen Minerale eines Gesteins kann der Geologe dessen
Entstehung und Entwicklung rekonstruieren. Diese Gesteine sind die Dokumente der
Erdgeschichte, man muss nur darin lesen können.
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1) Im folgenden Text wird mit ''(Nr...)'' auf Stücke im
Gesteinsgarten verwiesen, siehe Lageschema in diesem Heft und Tafel ''Herkunft
der Gesteine'' im Gesteinsgarten!
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Die drei Hauptgruppen der Gesteine
Sie sind unterschiedlicher Entstehungsweise und unterscheiden sich demzufolge
grundsätzlich nach Art der Minerale, sowie deren Ausbildung und Anordnung, dem
sogenannten ''Gefüge''.
1.) Erstarrungsgesteine (Magmatite)
sind durch Erstarrung aus glutflüssiger Gesteinsschmelze, dem
''Magma'' entstanden, und zwar entweder als
Tiefengesteine (Plutonite) bei hohen Temperaturen in der Tiefe der
Erdkruste langsam auskristallisiert in Gestalt großer
Tiefenkörper oder ''Plutone''; oder als Ergußgesteine (Vulkanite) an der
Erdoberfläche aus der Lava der Vulkane
schnell und unter Druckentlastung
erstarrt; oder als
Ganggesteine, wenn im Tiefengesteinskörper oder im
Nebengestein Spalten aufreißen, in die Reste der
Gesteinsschmelze eindringen
und aderförmig auskristallisieren.
2.) Schicht- oder Absatzgesteine (Sedimentgesteine)
entstehen aus dem Abtragungsschutt vorhandener
Gesteine, wenn diese an der Erdoberfläche durch die äußeren
Kräfte
(Sonneneinstrahlung, Regenwasser, Eis, Wind) verwittern, abgetragen
und an anderer Stelle wieder
abgelagert und verfestigt werden.
3.) Umwandlungsgesteine (Metamorphe Gesteine)
entstehen aus vorhandenen Gesteinen, wenn diese bei
Gebirgsbildung in große Tiefen abgesenkt werden.
Dabei bilden sich infolge der
Erhöhung von Temperatur und Druck neue Minerale, welche oft in Form
eines
Schieferungegefüges auskristallisieren. Man spricht
dann auch von ''kristallinen Schiefern''. Wenn das
Ursprungsgestein völlig aufgeschmolzen wird, kann eine neue Gesteinsschmelze,
eine Mischschmelze oder ein
''Migma'' entstehen und regelrecht neue Erstarrungsgesteine
der Gruppe 1 bilden.
Beim Tiefengestein sind die Minerale der Reihe nach, und zwar fein- bis grobkörnig
auskristallisiert: zuerst der schwarze Glimmer, dann der rote
Feldspat, und zuletzt der graue Quarz wie beim Granit von Meißen (Nr.24):
Beim Ergußgestein sind die Minerale zuerst als Einsprenglinge
auskristallisiert, wie hier der weißgraue Feldspat und der schwarze Glimmer;
dann ist der Rest schlagartig als dichte Grundmasse aus Feldspat und Quarz
erstarrt wie beim Quarzporphyr v. Löbejün (wie Nr.18):
Beim Schichtgestein können die Mineralkörner zwischen grob- bis feinkörnig
und sogar dicht variieren; die Schichtstruktur ist meistens deutlich erkennbar
wie beim Kreidesandstein der Sächsischen Schweiz (entspricht etwa Nr.25):
Beim Umwandlungsgestein bewirkt das ''Auswalzen'' zur Schieferstruktur
gleichzeitig Umkristallisation und Einregelung der Minerale, wie z.B. beim
Amphibolit von Windischeschenbach, Nr.44:
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Die wichtigsten Erstarrungsgesteine (Magmatite):
Gruppe
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Tiefengestein |
Erdgussgestein |
Hauptgemengteile |
| basisch, dunkel |
Gabbro |
Basalt,
Diabas,
(''Melaphyr'') |
basische Feldspäte, Augit,
Olivin, Hornblende,
Glimmer
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| mittel |
Diorit |
Andesit
(''Porphyrit'') |
mittlere Feldspäte, Hornblende,
Glimmer,
Augit
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Syenit |
Trachyt
Keratophyr |
saure Feldspäte, Kalifeldspat,
Hornblende, Glimmer
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Nephelinsyenit |
Phonolith |
Kalifeldspat, Nephelin, Augit,
Hornblende, Glimmer
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| sauer,hell |
Granodiorit,Granit |
Rhyolith
(''Quarzporphyr'') |
Quarz, Kalifeldspat, saure Feldspäte, Glimmer, Hornblende
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('') = veraltete Bezeichnung
Die Tiefengesteine kommen in großen kuppelförmigen Massiven von vielen
Kilometern Durchmesser, sogenannten Plutonen, vor. Der Aufstieg und das
stufenweise Erstarren der Gesteinsschmelze führt zur Abscheidung von
verschiedenen Tiefengesteinsarten in einem Massiv, allerdings an
unterschiedlichen Positionen.
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Dabei sind die ''basischen'' Gesteinsarten reich an Elementen Kalzium,
Magnesium und Eisen, die in den dunklen Mineralen Augit, Hornblende und
Glimmer konzentriert sind. Diese Gesteine sind dunkel wie der Gabbro von Bad Harzburg (Nr.9):
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und der (allerdings sehr feinkörnige und daher schwer erkennbare) Diorit von
Waldkirchen (Nr.46):
Die ''sauren'' Gesteinsarten sind reich an Kieselsäure; das bedeutet
Vorherrschaft der hellen Minerale Quarz, Kalifeldspat und Natronfeldspat.
Diese Gesteine sind deutlich heller: hellgrau; rötlichgrau oder kräftig
hell- bis dunkelrot.
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| Ein dezentes, ins Violette spielendes Rot zeigt der ''Rote Granit von Meißen''
(Nr.24); die relativ dunkle Färbung wird durch den nahezu gleichen Anteil von
schwarzem Glimmer und rotem Feldspat bewirkt |
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Beim Syenit von Niederwasser (Nr.98) dominiert der rote Kalifeldspat gegenüber
den dunklen Gemengteilen; daher ist das ganze Gestein leuchtend rot: |
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| Beim Granodiorit von Demitz-Thumitz (Nr.23) bedingen reichlich grauweiße
Kalknatronfeldspäte und die dunklen Minerale Glimmer und Hornblende die
typische graue Färbung .
Ein heller Pegmatitgang aus grobspätigem Feldspat durchzieht den Block,
begleitet von ockerfarbenen Brauneisenmimprägnationen im Nebengestein: |
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