|
Am Montag, 3.11.2008, traf als Neuzugang ein Steinblock aus Rumänien im
Gesteinsgarten in Gommern ein,
gestiftet von dem ehemaligen Mitarbeiter des ZRAW, Herrn Siegfried
Lukan aus Zerbst. Er wurde mit Hilfe der Mitarbeiter der BQG kurz vor
dem großen Findling „Schwarzer Riese“ abgelegt.
Es handelt sich dabei um einen als Naturstein sehr
begehrten roten kristallinen Marmor mit den Bezeichnungen
„Moneasa-Rouge“ oder „Karpaten-Rot“. Angeschliffen und poliert wird er als Schmuckelement
am Bau verwendet. |
| |
|
|
 |
|
Der neue Marmorstein aus Rumänien: „Moneasa-Rouge“
|
| |
| Das Gestein wird in einem großen Steinbruch bei
Moneasa (Rumänien) gebrochen und in alle Welt exportiert. Moneasa liegt am Westrand des
Apuseni-Gebirges in Siebenbürgen, etwa in der Mitte des Dreiecks
Oradea-Cluj-Arad. |
| |
| Geologisch handelt es sich um einen echten kristallinen Marmor, das
heißt einen metamorphen (durch Rekristallisation umgewandelten) Kalkstein. |
| Die Struktur ist mittel-, stellenweise
grob-kristallin, was aber erst unter der Lupe erkennbar ist. |
| Deshalb sieht er unbearbeitet etwas unscheinbar aus.
Deutlich erkennbar ist jedoch die rötliche Färbung |
| - ein
Gegensatz zum weißen Marmor von Erzgebirge und Fichtelgebirge und zum
schwarzen Marmor von Kottes, Niederösterreich. Erkennbar sind ferner
undeutliche brockenartige, geröllartige Sedimentstrukturen im Kalkstein. |
| |
Die Gesteine des Apuseni-Gebirges sind im Erdaltertum entstanden und
mit der varistischen Gebirgsbildung umgewandelt worden, d.h. vor
mindestens 250 Millionen Jahren und älter. Sie sind somit etwa
gleichaltrig mit den Gesteinen des Erzgebirges und Fichtelgebirges. Sie
sind ein alter Kern innerhalb des großen Gebirgsstranges der Karpaten, der
wie unsere Alpen erst in geologisch junger Zeit entstanden ist, nämlich im
Zeitraum Kreide-Tertiär (vor 25 - 100 Millionen Jahren).
Mit dem Neuzugang erhöht sich die Zahl der Gesteinsblöcke im
Gesteinsgarten Gommern auf insgesamt 237. Vertreten sind 213 verschiedene
Fundorte (einschließlich verschiedener Varietäten) aus Deutschland, Europa
und der Welt. Bisher sind aus Europa vertreten (außer Deutschland):
Bulgarien, Island, England, Frankreich, Norwegen, Österreich, Polen,
Rumänien, Spanien und Ungarn. Außereuropäisch sind vertreten: die
Volksrepublik China und Kuba.

Ankunft des Steines im Gesteinsgarten.
Siegfried Lukan ist der 2. von links, die übrigen Vertreter des
Gesteinsgartenvereins: Klaus Schulze, Bodo Hartwig und Hans Klauß
Dr. Peter Wambach, Gesteinsgartenverein
|