Gesteinsgarten Gommern
Der Gesteinsgarten Gommern zeigt derzeit 237
Gesteinsblöcke von über 213 Fundorten in Größe von durchschnittlich
1 – 3 t (max. 78 t,
s.
Riesen-Gesteinsfindling). Er dürfte die größte und
umfassendste Sammlung von Natursteinen aus Deutschland und Europa
darstellen. Bisher sind aus Europa vertreten (außer Deutschland):
Bulgarien, Island, England, Frankreich, Norwegen, Österreich, Polen,
Rumänien, Spanien und Ungarn. Außereuropäisch sind vertreten: die
Volksrepublik China und Kuba.
Stand: 10.11.2008
Die Stadt Gommern liegt unweit von Magdeburg
und ist zu erreichen über die Autobahnen A 2 (Abfahrt
Burg-Zentrum) und A 14 (Abfahrt Schönebeck) sowie über die
Bundesstraßen 184 und 246 A. Der Gesteinsgarten ist
landschaftlich schön gelegen im Süden der Stadt am ehemaligen
Steinbruchsee "Kulk"; er schließt sich unmittelbar an das
Hotel "Robinienhof" mit großem Parkplatz (Zufahrt Salzstraße in
Richtung Schönebeck) an.
Aus Deutschland (alle Bundesländer außer
Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern) sind fast sämtliche
Festgesteine vertreten, die oberflächennah anstehen und heute noch
in Steinbrüchen gewonnen werden: von Ruhrgebiet und Eifel im NW,
Weserbergland, Flechtinger Scholle und Harz im N, Rüdersdorf b.
Berlin und Lausitz im Osten, Saar und Hunsrück im W, bis zu
Allgäu, Alpen und Bayerischem Wald im S. Weitere Exponate stammen
aus Ungarn (12), Österreich (8), Frankreich, Spanien, Bulgarien,
Slowakei und Polen (je 1). Skandinavien ist durch
eiszeitliche Findlinge aus dem Deckgebirge der Braunkohle (16)
repräsentativ vertreten. "Exoten" sind ein Fuchsitquarzit aus
Nordnorwegen, Lavaproben aus Island und ein Serpentinit aus Kuba.
Von der geologischen Entstehung her sind fast
alle Gesteinsarten vorhanden: Tiefengesteine (Granite, Granodiorite,
Syenit, Diorit, Gabbro), Ergußgesteine (Rhyolithe, Diabase,
Basalte, Phonolith, Tuffe u.a.), Sedimentgesteine aller Gruppen
(Glanzstücke sind: Lithografenkalkstein, Knollenquarzit, Travertin,
ein verkieselter Baumstamm aus der Braunkohle, ein Suevit
u.a.). Umwandlungsgesteine sind sowohl aus Kontaktmetamorphose
(Hornfelse, Fruchtschiefer u.a.), aus Regionalmetamorphose
(Tonschiefer, Gneise, Granulite, Amphibolite, Marmore), als
auch aus Stoffumwandlung (Serpentinite, Migmatit, Turmalinfels
u.a.) vertreten.
Die typischen Gangminerale Quarz, Kalkspat,
Schwerspat und Flußspat gestatten Bezüge zu entsprechenden
Gangerzvorkommen. Weitere Erze sind vertreten mit Kupferschiefer,
Bauxit und verschiedenen Eisenerzen, u.a. vom Erzberg aus der
Steiermark.
Die Entwicklung der Steinbruchtechnologie ist
an zahlreichen Bearbeitungsspuren der Blöcke abzulesen (Bohren,
Behauen, Schneiden, Schleifen, Polieren). Beliebte Schmucksteine für
repräsentative Bauten und Bildhauerarbeiten sind zu sehen (Marmore,
Serpentine, Travertin, Talkschiefer, Kalksteine u.a.). Zur Ergänzung
wird ein Besuch der Ausstellung "Zeitzeugen" der Steinbruch-
und Erdölindustrie Gommerns empfohlen (Anmeldung erforderlich).
Der Gesteinsgarten ist ab 1994 entstanden mit
Hilfe von ABM-Maßnahmen und mit Unterstützung durch die Stadt
Gommern, durch die Erdöl-Erdgas GmbH und weitere Unternehmen
sowie durch
das Hotel. Die Blöcke wurden von der Steinbruchindustrie
gesponsert. Spenden von Institutionen, Firmen, Vereinen und
Privatpersonen ermöglichten die Transporte.
Der Gesteinsgarten ist zu jeder Jahreszeit frei
zugänglich. Er steht unter Leitung des ehrenamtlichen Vereins
"Gesteinsgarten", Vorsitzender: Klaus Schulze, 39245 Gommern,
Magdeburger Straße 19, Tel. (039200) 52 596. Führungen können
angemeldet werden bei Hans Klauß, Tel. (039200) 50 351.
Eine e-mail Adresse ist:
Herrn Dr. Wambach .
Dr. P. Wambach
Wollen Sie ein paar seltene
Exemplare sehen, dann
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