Basalt

Basalt als ein besonderes Ergussgestein

“Mag der basaltene Mohrenstein zum Schreck es erzählen im Lande,
wie er gebrodelt im Flammenschein und geschwärzt entstiegen dem Brande.
Brenn’s drunten jahraus, jahrein,
beim Wein sollt‘ uns nicht bange sein,
nein, nein, nicht bange sein!“
(F. v. Kobell)

Basalt ist innen durchweg grauschwarz bis blauschwarz und dicht, gelegentlich mit derben Einschlüssen von dem durchscheinend grünen Mineral Olivin, das gelbbraun-erdig verwittert.  

Basalt kommt in unseren Mittelgebirgen in einzelnen steilen Kegeln vor und hat seine größte Verbreitung am Vogelsberg und in der Rhön in Hessen. Er bildet jedoch u. a. in Afrika, Sibirien, Nord- und Südamerika Riesenplateaus von Tausenden km2 Fläche. Er begleitet die großen Bruchzonen der Welt, wie z. B. den Ostafrikanischen Graben. Die Erdkruste unter den Ozeanen entspricht im wesentlichen einem Basalt, und im Mittelatlantischen Rücken mit Vulkaninseln wie z. B. Island wurde ständiges “Nachwachsen“ basaltischen Ozeanbodens festgestellt. Global kann unter den Festländern unter der Granitschicht sowie unter den Ozeanen eine “Basaltschicht“ angenommen werden. Basalt ist das eigentliche “Urgestein“ der Erde. Basalt wurde auch im Mondgestein nachgewiesen.  

Im Gesteinsgarten sind die Basalte am Hauptweg entlang der Hotelterrasse angeordnet; der Weg könnte symbolisch einen großen Tiefenbruch mit zahlreichen Vulkanschloten darstellen, der unser zentrales “Gebirgsmassiv“ flankiert.  

Spannungen beim raschen Erstarren erzeugen die charakteristische Absonderung in Form von Säulen mit meist sechseckigem Querschnitt, Zentimeter- bis Meter-Stärke und einigen Zehner Metern Höhe.  

Das Stück einer Basaltsäule von Pechbrunn hat einen Durchmesser von zirka 70 cm (Nr.42, Bild unten links); wesentlich schlanker sind die Basaltsäulen von Diedorf (Nr.63 – Bild unten rechts)

Basalt
Basalt
Basalt
Basalt

 

 

 

 

 

 

 

Eine dritte Gruppe vulkanischer Gesteine in Tiefseetrögen

Tiefe Meereströge, die rasch mit grobem Abtragungsschutt gefüllt und von Vulkanen begleitet werden, sind Ausgangspunkt für die Bildung der großen Gebirge der Erde. In großer Tiefe unter Wasser dringt dabei vulkanische Lava in die Schichten des Meeresbodens ein, verbunden mit dem Austritt erzhaltiger Lösungen und Dämpfe.

Es entstehen in frühen Schichten der Faltengebirge mächtige Lagen von Diabas und Keratophyr. Das Besondere ist die graugrüne Färbung. Sie wird verursacht durch reduzierende Bedingungen für die eisenhaltigen Minerale sowie nachträgliche Mineralumwandlungen. Typisch ist auch die häufige Verknüpfung mit schichtförmigen Erzlagern. Eisenerze vom Harz oder von Lahn und Dill haben Jahrhunderte hindurch große wirtschaftliche Bedeutung gehabt. Die Absonderung tritt manchmal in Kugel- oder Kissenform auf. Es können alle typischen Erscheinungen des Vulkanismus beobachtet werden.

 

Der Diabas von Dörtendorf weist die typische graugrüne Färbung auf (Nr.22 – Bild links).

Im Gesteinsgarten begleiten die alten Grauwacken, das sind ursprüngliche Schichten in den Trögen entstehen der Gebirge, sowie die mit ihnen verbundenen Diabase die Granite im unteren Teil des Hanges auf der Seite zum Aussichtsturm hin; mit etwas Phantasie symbolisiert das Wasser des Sees im Hintergrund den“Tiefseetrog“.

Ganggesteine zwischen Tiefengestein und Vulkan

Wenn die letzten Ausläufer der Plutone nicht mehr bis zur Oberfläche durchbrechen können, füllen sie Spalten im erstarrten Pluton und im Nebengestein und bilden Gesteins-, Mineral- und Erzgänge von Zentimeter bis mehreren hundert Metern Stärke und von Längen bis zu mehreren Kilometern.

Charakteristisch für Ganggesteine ist der räumliche Zusammenhang mit Tiefengesteinskörpern oder Vulkanitkomplexen. Die Zusammensetzung entspricht entweder komplett der des Tiefengesteins, oder enthält nur “Restbestände“ einzelner Minerale. Sind es dunkle Minerale, entstehen dunkle, feinkörnige Ganggesteine mit vielen speziellen Lokalnamen, die im Gelände aber nicht zu unterscheiden sind. Man fasst sie als Lamprophyre zusammen.

Helle Minerale können in sehr großen Kristallen abgeschieden werden und bilden mit Erzen und Mineralen seltener Elemente die Pegmatitgänge.

Erzgänge bestehen zum größten Teil aus Nichterzmineralen, der “Gangart“, wie z B. Kalkspat, Flussspat, Schwerspat, Quarz u. a., in denen die Erzminerale in mehreren zeitlichen Abfolgen auskristallisiert sind.

Der Gesteinsgarten zeigt einen Block der Sauerländer Bleierzgänge mit reiner Gangmasse Kalkspat aus Wünnenberg-Bleiwäsche (Nr.106, Bilder nächste Seite).

Im Detail zeigt der Block den Kalkspat in “spätiger“, derb kristalliner Form und in schön auskristallisierten Kristalldrusen.

Der Bergbau auf Gangerze hat über Jahrhunderte im alten Grundgebirge Mitteleuropas große wirtschaftliche, technische und kulturelle Bedeutung gehabt. Gegenstand des Abbau waren in der zeitlichen Reihenfolge je nach Stand der Technik: Silber, Zinn, Eisen, Blei, Kupfer, Mangan, Antimon, Molybdän, Zink, Gold, Uran, sowie die Gangarten Flussspat und Schwerspat. Ganze Regionen verdankten dem Gangerzbergbau Aufstieg und Niedergang: Siegerland, Harz, Thüringer Wald, Frankenwald, Erzgebirge usw.

 

Die wichtigsten Schichtgesteine (Sedimentgesteine):

1.) T r ü m m e r g e s t e i n e
     (in der Reihenfolge abnehmender Korngröße)
 grob –   Konglomerat
  –  Sandstein, “Quarzit‘‚ (nach Bindemittel), Grauwacke
  –  Siltstein, (“Schluffstein“)
fein –  Tonstein, Tonschiefer
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2.) Chemisch-biogene A u s f ä l l u n g s g e s t e i n e
 Kalk:  – Kalkstein, Rogenstein (Oolithkalk),
   “Marmor‘‚ (Massenkalk),
         Travertin (=Kalksinter, Kalktuff)
Dolomit:                  – Dolomit
Ton + Karbonat  – Kalkmergelstein, Tonmergelstein
Kieselsäure   – Kieselschiefer, Hornstein, Feuerstein
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3.) Chemische E i n d a m p f u n g s g e s t e i n e (Chloride, Sulfate, Karbonate) in der Reihenfolge ihrer Ausfällung
1.   – Gips, Anhydrit
2.    – Steinsalz
 3.  – Kalisalze, Magnesiumsalze
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4.) O r g a n i s c h e Gesteine pflanzlicher und tierischer Herkunft 
 pflanzlich:      – Torf, Braunkohle, Steinkohle, Anthrazit
  tierisch:  – Ölschiefer

Trümmergesteine bestehen aus mechanisch geformten Mineralkörnern und einem Bindemittel (Ton, Kalk, Brauneisen oder Kieselsäure). Das Bindemittel bestimmt die Festigkeit des Trümmergesteins, wir sprechen daher von “Zement“. Wer unser prachtvolles Konglomerat “Nagelfluh“ aus den Allgäuer Alpen als simplen Beton ansieht, hat vom Prinzip her gar nicht so unrecht (Bilder – Nr.53).

Die jungen alpinen Gebirge des Tertiärs wie z. B. Alpen, Karpaten, Himalaja usw. sind nach ihrer Faltung bis heute noch in ständiger Aufwärtsbewegung in Größenordnung von Zentimetern bis Dezimetern pro Jahr. Umso stärker sind sie der ständigen Verwitterung und Abtragung ausgesetzt bis zur völligen Einebnung. Das bunte Gemisch grober Gerölle, eingebettet in roten oder grauen Ton und Sand, ist ein beredtes Zeichen für die gewaltigen Schuttmengen, die Gletscher, Wildbäche und Schlammströme unaufhörlich von den Alpengipfeln ins Vorland transportieren.