Eine dritte Gruppe vulkanischer
Gesteine in Tiefseetrögen
Ganggesteine zwischen
Tiefengestein und Vulkan
Die wichtigsten Schichtgesteine
Der Sandstein als
wichtigstes Trümmergestein
Kalksteine als
interessanteste Schichtgesteine
Eindampfungsgesteine als Gesteine unserer
Salzlagerstätten
Einteilung der
Umwandlungsgesteine
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''Mag der basaltene Mohrenstein |
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Basalt ist innen durchweg grauschwarz bis blauschwarz und dicht, gelegentlich
mit derben Einschlüssen von dem durchscheinend grünen Mineral Olivin, das
gelbbraun-erdig verwittert.
Basalt kommt in unseren
Mittelgebirgen in einzelnen steilen Kegeln vor und hat seine größte Verbreitung
am Vogelsberg und in der Rhön in Hessen. Er bildet jedoch u. a. in Afrika,
Sibirien, Nord- und Südamerika Riesenplateaus von Tausenden km2 Fläche. Er
begleitet die großen Bruchzonen der Welt, wie z. B. den Ostafrikanischen Graben.
Die Erdkruste unter den Ozeanen entspricht im wesentlichen einem Basalt, und im
Mittelatlantischen Rücken mit Vulkaninseln wie z. B. Island wurde ständiges
''Nachwachsen'' basaltischen Ozeanbodens festgestellt. Global kann unter den
Festländern unter der Granitschicht sowie unter den Ozeanen eine
''Basaltschicht'' angenommen werden. Basalt ist das eigentliche ''Urgestein''
der Erde. Basalt wurde auch im Mondgestein nachgewiesen.
Im Gesteinsgarten sind
die Basalte am Hauptweg entlang der Hotelterrasse angeordnet; der Weg könnte
symbolisch einen großen Tiefenbruch mit zahlreichen Vulkanschloten darstellen,
der unser zentrales ''Gebirgsmassiv'' flankiert.
Spannungen beim raschen
Erstarren erzeugen die charakteristische Absonderung in Form von Säulen mit
meist sechseckigem Querschnitt, Zentimeter- bis Meter-Stärke und einigen Zehner
Metern Höhe.
Das Stück einer Basaltsäule von Pechbrunn hat einen Durchmesser von zirka 70 cm (Nr.42, Bild unten links); wesentlich schlanker sind die Basaltsäulen von Diedorf (Nr.63 - Bild unten rechts):
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Eine dritte Gruppe vulkanischer Gesteine
in Tiefseetrögen
Tiefe Meereströge, die rasch mit grobem Abtragungsschutt gefüllt und von Vulkanen begleitet werden, sind Ausgangspunkt für die Bildung der großen Gebirge der Erde. In großer Tiefe unter Wasser dringt dabei vulkanische Lava in die Schichten des Meeresbodens ein, verbunden mit dem Austritt erzhaltiger Lösungen und Dämpfe.
Es entstehen in frühen Schichten der Faltengebirge mächtige Lagen von Diabas und Keratophyr. Das Besondere ist die graugrüne Färbung. Sie wird verursacht durch reduzierende Bedingungen für die eisenhaltigen Minerale sowie nachträgliche Mineralumwandlungen. Typisch ist auch die häufige Verknüpfung mit schichtförmigen Erzlagern. Eisenerze vom Harz oder von Lahn und Dill haben Jahrhunderte hindurch große wirtschaftliche Bedeutung gehabt. Die Absonderung tritt manchmal in Kugel- oder Kissenform auf. Es können alle typischen Erscheinungen des Vulkanismus beobachtet werden
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Der Diabas von Dörtendorf weist die typische graugrüne Färbung auf (Nr.22 - Bild links). Im Gesteinsgarten begleiten die alten Grauwacken, das sind ursprüngliche Schichten in den Trögen entstehen der Gebirge, sowie die mit ihnen verbundenen Diabase die Granite im unteren Teil des Hanges auf der Seite zum Aussichtsturm hin; mit etwas Phantasie symbolisiert das Wasser des Sees im Hintergrund den''Tiefseetrog''. |
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Der Keratophyr aus Elbingerode (Nr.11) ist als Besonderheit im oberen Teil des Gesteinsgartens aufgestellt; er verkörpert ein gutes Stück Bergbaugeschichte des Harzes. Leider ist der Pyrit oberflächlich zu Brauneisen oxydiert : Pyrit(''Schwefelkies''), das glänzende goldfarbene Erz, ist eigentlich ein Schwefelerz und diente zur Schwefelsäureherstellung in Salzwedel. Die Grube ''Einheit'' in Elbingerode war die einzige Pyritgrube der DDR (jetzt Schaubergwerk). Eisenerz wurde in Form von Roteisenstein
und Eisenspat in den benachbarten Gruben ''Büchenberg'' und ''Braunesumpf''
als Armerz abgebaut und in dem eigens dafür entwickelten
Niederschachtofen-Hüttenwerk von Calbe/Saale verhüttet. Diese speziellen
Schmelzöfen wurden mit Braunkohle-Hochtemperaturkoks beschickt. Beides
waren DDR-Patente zur Behebung des Rohstoffmangels. Bergbau und
Hüttenbetrieb wurden 1970 eingestellt. |
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Ganggesteine zwischen Tiefengestein und Vulkan
Wenn die letzten Ausläufer der Plutone nicht mehr bis zur Oberfläche durchbrechen können, füllen sie Spalten im erstarrten Pluton und im Nebengestein und bilden Gesteins-, Mineral- und Erzgänge von Zentimeter bis mehreren hundert Metern Stärke und von Längen bis zu mehreren Kilometern.
Charakteristisch für Ganggesteine ist der räumliche Zusammenhang mit Tiefengesteinskörpern oder Vulkanitkomplexen. Die Zusammensetzung entspricht entweder komplett der des Tiefengesteins, oder enthält nur ''Restbestände'' einzelner Minerale. Sind es dunkle Minerale, entstehen dunkle, feinkörnige Ganggesteine mit vielen speziellen Lokalnamen, die im Gelände aber nicht zu unterscheiden sind. Man fasst sie als Lamprophyre zusammen.
Helle Minerale können in sehr großen Kristallen abgeschieden werden und bilden mit Erzen und Mineralen seltener Elemente die Pegmatitgänge.
Erzgänge bestehen zum größten Teil aus Nichterzmineralen, der ''Gangart'', wie z B. Kalkspat, Flussspat, Schwerspat, Quarz u. a., in denen die Erzminerale in mehreren zeitlichen Abfolgen auskristallisiert sind.
Der Gesteinsgarten zeigt einen Block der Sauerländer Bleierzgänge mit reiner Gangmasse Kalkspat aus Wünnenberg-Bleiwäsche (Nr.106, Bilder nächste Seite).
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| Im Detail zeigt der Block den Kalkspat in ''spätiger'', derb kristalliner Form und in schön auskristallisierten Kristalldrusen. | |
Der Bergbau auf Gangerze hat über Jahrhunderte im alten Grundgebirge Mitteleuropas große wirtschaftliche, technische und kulturelle Bedeutung gehabt. Gegenstand des Abbau waren in der zeitlichen Reihenfolge je nach Stand der Technik: Silber, Zinn, Eisen, Blei, Kupfer, Mangan, Antimon, Molybdän, Zink, Gold, Uran, sowie die Gangarten Flussspat und Schwerspat. Ganze Regionen verdankten dem Gangerzbergbau Aufstieg und Niedergang: Siegerland, Harz, Thüringer Wald, Frankenwald, Erzgebirge usw.
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Die wichtigsten Schichtgesteine (Sedimentgesteine):
| 1.) T r ü m m e r g e s t e i n e (in der Reihenfolge abnehmender Korngröße) |
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| grob | - Konglomerat |
| - Sandstein, ''Quarzit'' (nach Bindemittel), Grauwacke | |
| - Siltstein, (''Schluffstein'') | |
| fein | - Tonstein, Tonschiefer |
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| 2.) Chemisch-biogene A u s f ä l l u n g s g e s t e i n e | |
| Kalk: | - Kalkstein, Rogenstein (Oolithkalk), ''Marmor'' (Massenkalk), Travertin (=Kalksinter, Kalktuff) |
| Dolomit: | - Dolomit |
| Ton + Karbonat | - Kalkmergelstein, Tonmergelstein |
| Kieselsäure | - Kieselschiefer, Hornstein, Feuerstein |
| -------------------------------------------------------------------------------- | |
| 3.) Chemische E i n d a m p f u n g s g e s t e i n e (Chloride, Sulfate, Karbonate) in der Reihenfolge ihrer Ausfällung | |
| 1. | - Gips, Anhydrit |
| 2. | - Steinsalz |
| 3. | - Kalisalze, Magnesiumsalze |
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| 4.) O r g a n i s c h e Gesteine pflanzlicher und tierischer Herkunft | |
| pflanzlich: | - Torf, Braunkohle, Steinkohle, Anthrazit |
| tierisch: | - Ölschiefer |
Trümmergesteine bestehen aus mechanisch geformten Mineralkörnern und einem Bindemittel (Ton, Kalk, Brauneisen oder Kieselsäure). Das Bindemittel bestimmt die Festigkeit des Trümmergesteins, wir sprechen daher von ''Zement''. Wer unser prachtvolles Konglomerat ''Nagelfluh'' aus den Allgäuer Alpen als simplen Beton ansieht, hat vom Prinzip her gar nicht so unrecht (Bilder - Nr.53).
Die jungen alpinen Gebirge des Tertiärs wie z. B. Alpen, Karpaten, Himalaja usw. sind nach ihrer Faltung bis heute noch in ständiger Aufwärtsbewegung in Größenordnung von Zentimetern bis Dezimetern pro Jahr. Umso stärker sind sie der ständigen Verwitterung und Abtragung ausgesetzt bis zur völligen Einebnung. Das bunte Gemisch grober Gerölle, eingebettet in roten oder grauen Ton und Sand, ist ein beredtes Zeichen für die gewaltigen Schuttmengen, die Gletscher, Wildbäche und Schlammströme unaufhörlich von den Alpengipfeln ins Vorland transportieren.
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Ausschnitt des linken Blockes |
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Der Sandstein als wichtigstes Trümmergestein
Er ist seit Altershehr ein beliebter Baustein für Kirchen, Schlösser, Häuser,
Burgen, Mauern und Türme, aber auch für Denkmäler und Skulpturen, weil er in
Abhängigkeit vom Bindemittel sich mehr oder weniger leicht bearbeiten lässt. Im
Gesteinsgarten sind viele Varietäten am Weg in Richtung Aussichtsturm
aufgestellt.
Die Form der Sandsteinblöcke lässt vielfach bereits auf die Gewinnung und den
Verwendungszweck schließen. Nach der älteren Technologie wurden die benötigten
großen Quader ringsherum durch Bohrungen ''perforiert'', um sie dann mit Hilfe
von Keilen aus dem Gesteinsverband herauszulösen. Heutzutage werden die Blöcke
für Bauwerke oder Bildhauerarbeiten mit Diamantsägen in den benötigten
Abmessungen glatt herausgesägt.
Im Gegensatz zu den Konglomeraten haben die Sandsteine eine feinere und gleichmäßigere Korngröße; die Körnung ist stets noch zu erkennen und eine gewisse Rauhigkeit zu erfühlen. Meist kommen auch freie Poren vor, die mit bloßem Auge nicht zu sehen sind. Diese Poren führen Wasser, unter speziellen günstigen Bedingungen auch Erdöl, wie z.B. im Jura Norddeutschlands, oder Erdgas, wie z.B. im Rotliegenden der Altmark.
Die Körner sind deutlich in Schichten angeordnet; das kann durch Unterschied in der Größe der Körner, durch tonige Zwischenlagen oder nur durch Farbunterschiede sichtbar werden. Dabei ist die Schichtung nicht immer horizontal und eben, sondern kann auch schräg, diagonal, über Kreuz oder gebogen sein. Farbstreifung zeigt der Quarzit-Findling von Dannigkow (Nr.6 - Bild unten):
Der Bundsandstein von Landstuhl weist Schrägschichtung mit Einlagerung
größerer Gerölle auf (Nr.92 - Bild nächste Seite):
Auch der Keupersandstein vom Seeberg bildet massive Bänke, in denen die
Schichtung nur durch schwache Streifen angedeutet ist (Nr.57 - Bild unten):
Der Keupersandstein der Haßberge (Nr.71) enthält den Abdruck eines Pflanzenrestes in einer unruhigen, ''aufgewühlten'' Zwischenschicht (Bild rechts).
Die großen regionalen Sandsteinformationen Mitteleuropas sind nach der Einebnung der Gebirge des Erdaltertums in einem relativ einheitlichen Becken teils unter Wüstenbedingungen, teils in flachen Flussläufen, Seen, Deltas oder Küstenbuchten besonders in den Zeiten von Rotliegendem, Buntsandstein, Keuper, Jura und der Kreide entstanden.
Auffällige Streifen rahmen den Block des ''Ruhrkohlenquarzits'' aus Dortmund
ein (Nr.104 - Bild unten).
Diese Streifen sind nachträglich, dass heißt nach der Ablagerung des Sandsteins
entstanden durch Infiltration von Kluftwässern in das Porenwasser des
Sandsteins. Durch chemische Reaktionen ist längs der Klüfte im Sandstein in
mehreren Schüben Brauneisen ausgefällt worden.
Die Sandsteine der älteren Formationen sind im Korn sehr viel unregelmäßiger und im Gefüge sehr viel fester, bedingt durch die Gebirgsbewegungen und nachfolgende Verfestigung durch den Überlagerungsdruck der jüngeren Schichten. Wenn regelrechte Gesteinsbruchstücke die Körner bilden, sprechen wir von Grauwacken. Sie haben großen Anteil an den alten gefalteten Schichten unserer Mittelgebirge. Ebenso großen Anteil haben Sandsteine, deren Körner durch Kieselsäure verkittet sind und die als Quarzite bezeichnet werden. Sie sind oft genauso hart und homogen wie metamorphe Kieselgesteine.
Zu diesen Quarziten gehört auch der ''Symbolstein'' Gommerns, der Gommernquarzit (Nr.5), der in den Steinbrüchen Gommerns jahrhundertelang Gegenstand des Abbaus war. (im Bild links; rechts: Muschelkalk von Königslutter - Nr.1).
Die feinkörnigen Vertreter der Trümmergesteine (Tonstein, Siltstein, usw.)
sind nicht auszustellen, da sie in kürzester Zeit durch Verwitterung zerstört
würden. Auch hier sind aber die älteren Vertreter durch Gebirgsfaltung und
Überlagerungsdruck verfestigt. Tonige Gesteine reagieren auf Druck anders als
Sandsteine; sie erhalten ein plattiges Gefüge und werden somit zum Tonschiefer.
Dabei gibt es alle Übergänge zu metamorphen Gesteinen, wenn sich dabei neue
Minerale bilden.
Der Tonschiefer von Lehesten (Nr.38 - Bild unten) hat eine sehr ebene
Schieferung und ist ideal zu Dachschindeln spaltbar. Er wird daher auch als
''Dachschiefer'' bezeichnet. Aus Schiefer wurden früher die Schiefertafeln für
die ABC-Schützen gefertigt, auf denen noch vor 50-60 Jahren mit Schiefergriffeln
Schreiben und Rechnen gelernt wurde. Praktisch, denn was falsch war, wurde mit
dem Schwamm abgewischt oder einfach mit der Zunge abgeleckt.
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Kalksteine als interessanteste Schichtgesteine
Sie sind teils chemisch, teils durch lebende Organismen aus dem Wasser
ausgeschieden. Schalen und Gehäuse der Lebewesen werden eingebettet und
konserviert. Durch Strömungen und Wellenschlag werden die Absätze wieder
zerkleinert und als Trümmergestein abgelagert. Kalksteine enthalten somit viele
unterschiedliche Sedimentstrukturen, Fossilreste und Lebensspuren.
Sie sind vor allem Flachwasserablagerungen von Seen oder Meeren in warmem
Klima. Das Mineralgefüge der chemisch-biogenen Gesteine ist meist feinkörnig bis
dicht, ohne daß man eine Körnung erkennen kann. Es gibt aber auch gröberkörnige
Schichten aus Trümmern von Tierschalen, sog. ''Muschelschill'', sowie kugelig
gewachsene Kalkkörner ähnlich wie Erbsen oder Fischrogen, sog. ''Oolith'' oder
''Rogenstein''. Werden die Kügelchen nachträglich herausgelöst, wird der
Kalkstein schaumig-porös, sog. ''Schaumkalk''. Viele Strukturen ähneln denen des
heutigen Wattenmeeres, z.B. der Nordsee.
Die großen regionalen Kalksteinformationen sind wie die Sandsteinformatio-nen
in einheitlicher Senke über den eingeebneten alten Gebirgen Mitteleuropas
entstanden in den Zeiten von Buntsandstein, Muschelkalk, Oberjura und
Ober-kreide. Im Gesteinsgarten sind sie rechterhand am Weg zum Aussichtsturm
(''Knacker'') den Sandsteinen gegenübergestellt; dieses Plateau am Westufer des
Kulk soll somit den flachen Schelf der Mitteleuropäischen Senke symbolisieren.
Gleich am Anfang sind ganz unterschiedliche Kalksteine des Oberjura aus Solnhofen nebeneinandergestellt: die massiven, grobbankigen oder ungeschichteten Massenkalke (Nr.50) und der reine, ganz ebenschichtige Plattenkalk (Nr.49 - siehe Bild unten).
Ersterer (im Bild links) hat durch Kalkschwämme riffartigen Charakter erhalten; er beherrscht die Landschaft in klotzartigen Bergformen. Er dient in polierter Form im Bau zu dekorativen Verblendungen und wird daher als ''Marmor'' gehandelt.
Sehr berühmt ist der Plattenkalk von Solnhofen (im Bild rechts). In den Absätzen einer ganz ruhigen Lagune ist eine Vielzahl an Fossilien der zartesten Formen in Details erhalten (u.a. Quallen, Insekten, Krebse, Fische, Dinosaurier, der Flugsaurier Archaeopteryx). Auch unser Stück kann die Fossilführung durch einen ''Mini-Ammoniten'' belegen (siehe Detailbild nächste Seite oben).
Der Plattenkalk liefert bis heute die Druckplatten für den Steindruck (Lithographie), eine Erfindung von A. Senefelder (1797). Er heißt deshalb auch ''Lithographenkalkstein von Solnhofen''.
Die Kalksteine des Muschelkalks sind ganz das Gegenteil: sie sind deutlich geschichtet in cm- bis dm- starken Lagen. Diese haben sehr unregelmäßig flaserigwellige Schichtflächen. Das Bild unten zeigt typischen ''Wellenkalk'' aus Walbeck (Nr.4):
In ähnlicher Art ist der Muschelkalk aus Königslutter (Nr.1) aus
unter-schiedlichen Kalksteinlagen von cm-Stärke aufgebaut. Er ist der
''Symbolstein'' der Partnerstadt Königslutter am Elm; als ''Duckstein''
(mundartlich = Dach- oder Deckstein) charakterisiert er dort die Landschaft des
Vorharzes und die
großen historischen Bauwerke. Das Geschenk der Partnerstadt steht in der Gruppe
der Symbolsteine rechts neben dem Gommernquarzit (siehe Bild Seite 41) am Zugang
vom Fuchsberg her am Nordufer des Kulk. Die Bilder unten demonstrieren den
Detailaufbau.
Im Bild oben links liegt eine dichte Kalklage zwischen zwei körnig-porösen
Schaumkalk-Lagen. Einige Lagen sind reich an Muscheln (Bild oben rechts).
Trockenrisse, welche sich beim Austrocknen jeder Wasserpfütze bilden, haben sich
versteinert im Muschelkalk von Nienburg (Nr.7) erhalten (Bild S.45 links).
Versteinerte Kriechspuren von Würmern zeigen sich als lange Wülste im Muschelkalk von Walbeck (Nr.4 - Bild S.45 rechts).
Beim Travertin haben kalkhaltige Quellen der Muschelkalklandschaft Thüringens Kalksinter abgesetzt und Pflanzen so mit Kalk umkrustet, dass sie in allen Strukturen voll erhalten sind. Man kann Moospolster und Stengel erkennen. Dazwischen sind weiße kleine Schneckengehäuse reichlich erhalten. Im Querschnitt ist der Stein typisch graubraun und rissig strukturiert; angeschliffen liefert er dekorative Verblendungen in repräsentativen Bauten. Die Bilder zeigen den Travertin von Langensalza (Nr.56):
Die Beispiele zeigen: Auch Kalkstein und Dolomit können im Korngefüge freie Poren oder andere Hohlräume haben, die Wasser oder Erdöl und Erdgas führen können. Namentlich die Dolomite des Zechsteins sind wichtige Speichergesteine für Öl- und Gas-Lagerstätten z.B. in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.
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Eindampfungsgesteine als Gesteine unserer Salzlagerstätten
Sie haben sich durch oftmaliges Lösen und Wiederausfällen von Salzen unter heißem, trockenem Klima entweder in Strandlagunen, Salzseen oder sogar im Grundwasser gebildet. Sie haben salzartig kristalline Struktur. Manchmal ist auch eine Schichtung angedeutet, etwa als rhythmisch wiederkehrende Bänderung wie ''Jahresringe''. Während die farbenprächtigen Stein-, Kali- und Magnesiumsalze an der Luft zerfließen, sind Anhydrit und Gips widerstandsfähiger. Gips ist die Verwitterungsform von Anhydrit und bildet im Südharz kahle weiße Felsen. Die Bilder unten zeigen den Anhydrit von Niedersachswerfen (Nr.14):
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Einteilung der Umwandlungsgesteine:
| 1.) Regionalmetamorph | Ausgangsmaterial: Quarz+Ton+Feldspat |
Kalk+Ton |
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| In der Reihenfolge der Zunahme der Umwandlung |
Phyllit (reiner Quarz: Quarzit) |
Serpentinit, (reiner Kalk: Marmor) |
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| Glimmerschiefer | Grünschiefer,Chloritschiefer,Hornblendeschiefer |
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| Gneis, Granulit | Amphibolit | ||
| -------------------------------------------------------------------------------------------- | |||
| 2.) Ultrametamorph | Injektionsgneis Migmatit |
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| -------------------------------------------------------------------------------------------- | |||
| 3.) Kontaktmetamorph | (kontaktfern:) | Kontaktschiefer (z.B. Fleck-, Frucht-, Knoten- u. Garbenschiefer) |
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| (kontaktnah:) | Hornfels | ||
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Die metamorphen Gesteine sind von allen Gesteinen die interessantesten, weil sie eine bewegte Vergangenheit hinter sich haben und das Ergebnis aller inneren und äußeren Kräfte der Erde in sich dokumentieren. Leider sind sie auch im Gesteinsgarten am wenigsten vertreten, da ihre technische Gewinnung weitgehend eingestellt ist. Die Gesteine, die erreichbar waren, sind daher als besondere ''Werte'' am oberen Zugang vom Parkplatz aus am Hauptweg konzentriert; weitere sind im Bereich der Granite, dem ''kristallinen Zentrum unseres imaginären Gebirges'' verteilt.
Wenn Tiefengesteine und Sedimentgesteine bei den Vorgängen der Gebirgsbildung in größere Teufen abgesenkt werden, werden sie gewaltig aufgeheizt und geraten unter hohen Druck. Dabei entstehen neue Minerale und Mineralstrukturen, die besser auf die tektonischen Vorgänge des Plättens und Zerscherens reagieren können: neu kristallisierte blättrige oder lineare Silikate und flächige Ausrichtung in Form der Schieferung. Die entstehenden Gesteine heißen daher auch ''kristalline Schiefer''.
Der völlig lagig-schiefrig rekristallisierte Amphibolit von Windischeschenbach (Nr.44) ist wohl das prachtvollste Beispiel für einen kristallinen Schiefer höchsten Grades der Verformung, wie das Bild nächste Seite oben zeigt:
| Bei anderen ist das Schiefergefüge schwerer zu erkennen,
z.B. beim Biotitgneis von Detzeln (Nr.100, siehe Bild unten): |
In der Detailaufnahme verläuft die Schieferung von oben links nach unten Mitte, erkennbar an stärkeren hellen Lagen und Schmitzen von Kalifeldspat und dunklen Streifen von Biotit. |
Eine Kostbarkeit ist auch der Serpentinit von Zöblitz (Nr.28):
Zum einen ist es ein prachtvoller dunkelgrüner Stein mit interessanter netz-artiger (daher der Name = zu deutsch: ''Schlangenstein'') oder geaderter Maserung, der in polierter Form für Schmuckgegenstände oder zur Ausschmückung von Schlössern und Kirchen verwendet wurde.
Zum anderen führt er massenhaft roten Granat, einen Halbedelstein, zeitweise ein beliebter Schmuckstein. Der ist oberflächlich zwar hellgrün verwittert, aber im frischen Bruch blutrot leuchtend (Bild unten, siehe Pfeil). Er ist hier allerdings nicht in Edelsteinqualität, weil er nicht aus dem Gestein herauszulösen und erst recht nicht zu verarbeiten ist. Juwelendiebe haben keine Chance.
Zum dritten ist der Serpentinit geologisch interessant, weil er durch umgekehrte Metamorphose entstanden ist, d.h. durch Umwandlung hochmetamorpher Gesteine durch Druck- und Temperaturentlastung sowie Wasseraufnahme in niedermetamophes Gestein.
Ein Sonderfall der Gesteinsumwandlung ist die Kontaktmetamorphose, bei der ein Tiefengesteinskörper durch seine randliche Hitzeausstrahlung das Nebengestein verändert. Der Gesteinsgarten kann die ganze Gesteinsabfolge in einem Kontakthof eines Granitkörpers zeigen.
In einem Kontakthof trifft man folgende Gesteine nacheinander von innen nach
außen an:
(1) Im Zentrum ist das Tiefengestein, das die Hitze liefert und damit den Vorgang auslöst: z.B. der Granit von Bergen/Vogtl. (Nr.34 - Bild unten). Er ist im Gesteinsgarten unter den Graniten zu finden.
(2) Im selben Steinbruch ist der innere Kontakthof mit dem Andalusitglimmerfels von Bergen (Nr.35) angefahren.
(3) Ebenfalls zum inneren Kontakthof gehört der ''Serizitschiefer'' (Andalusit-Glimmerschiefer) von Bergen (Nr.36).
(4) Der Fruchtschiefer von Theuma (Nr.37) gehört zum äußeren Kontakthof, mit 5 km bereits in beträchtlicher Entfernung vom Tiefengestein.
Andalusitglimmerfels ist ein echter Hornfels, bei dem durch Hitze die eigentliche Schieferstruktur völlig ausgelöscht ist bis auf eine verwaschene Streifung im sonst dichten Gestein (2) - Bild oben, linker Block. Der Glimmer-schiefer ist noch als Schiefer zu erkennen (3) - Bild oben, rechter Block.
Dagegen hat im ca. 5 km entfernten Theuma das Nebengestein noch sein unverändertes Aussehen als Tonschiefer bewahrt(4) - Bild rechts.
In allen drei Kontaktgesteinen ist jedoch auffällig die Neubildung des Kontaktminerals Andalusit in Form dunkelgrauer, ovaler Flecken wie Getreidekörner, siehe Detailaufnahmen unten (2) - (4).
| (2) Andalusitglimmerfels (=Andalusit-Hornfels) Bergen/V. (Nr.35) |
(3) ''Serizitschiefer'' (=Andalusit-Glimmerschiefer) Bergen/V. (Nr.36) |
| (4) Fruchtschiefer Theuma/V. (Nr. 37) |
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